Was ist ein ICO?

Um einen ICO am besten zu erklären, stell dir bitte folgendes vor:
Du und dein Team habt gerade ein Startup gegründet.
Ihr habt auch schon eine super Idee, welche echt ein Mehrwert für die Welt wäre.
Leider kostet diese Idee Geld.
Normalerweise sucht man sich Investoren, welche in dein Unternehmen investieren.
Du würdest dafür das benötigte Geld erhalten und die Investoren, würden Anteile an dein Unternehmen erhalten.
Doch was wäre wenn jetzt eine neue Art der Geldbeschaffung existiert?
Diese neue Art der Geldbeschaffung erlaubt dir Geld einzusammeln, ohne Firmenanteile abzugeben.
Genau! Du würdest ganz klar diese neue Art der Geldbeschaffung der alten vorziehen.

Willkommen in der Welt der ICO’s.

ICO

Wie funktioniert ein ICO?

Zu allererst benötigst du eine Idee, die hast du ja schon.
Danach stellt man eine Webseite auf, wo man seine Idee beschreibt, das Team vorstellt und allgemeine Informationen über das Unternehmen hergibt. Jetzt benötigst du ein Dokument, welches exakt angibt, was du mit deinem Team vorhast. Dieses Dokument wird meistens Whitepaper genannt, kann aber auch anders genannt werden. Hier ist es wichtig alles detailliert aufzuschreiben. Am besten noch mit einer Zeitleiste, wann man was realisieren möchte. Danach bittest du potenzielle Investoren drum, in dein Projekt zu investieren und dir Geld zu schicken. Meistens schicken Sie dir Bitcoins, Ethereum oder andere starke Kryptowährung, aber auch Fiat-Geld kann akzeptiert werden. Für das erhaltene Geld gibst du den Investoren deinen eigenen Token.
Richtig! Du stellst deine eigene Kryptowährung her und verteilst diese an deine Investoren. Da die Investoren keine Anteile an dein Unternehmen erhalten, kriegen Sie eben deinen neuen Token. Die Investoren erhoffen sich, dass dein Token an Wert gewinnt und Sie diese mit einem Gewinn verkaufen können. Die ausgegebenen Tokens von dir sind keine Coins. Sie haben keine eigene Blockchain sondern basieren auf einer bereits existierenden. Deswegen nennt man Sie auch Token.Meistens wird dazu die Ethereum Blockchain genutzt, es können aber auch andere Blockchains wie die von NEO oder Bitshares genutzt werden.

Auf was sollte ich vor dem Investieren eines ICO’s achten?

Auch wenn es keine 100%ige Sicherheit bei ICO’s gibt nicht an einen Scam zu geraten,
kann man dieses Risiko minimieren.
Man sollte sich zuerst die Webseite anschauen, wie professionell Sie bearbeitet ist.
Sollen dort Rechtschreibfehler oder andere Fehler zu finden sein, zeugt dies nicht von Professionalität.
Dann sollte man sich das Whitepaper anschauen.
Wie ist diese Aufgebaut? Sind dort Fehler? Ist Sie nur auf einer oder auf mehreren Sprachen verfügbar? Welches Problem will das Team mit Ihrer Idee lösen?
Nächster Punkt wäre das Marketing.
Auch wenn ein Team eine gute Idee hat, bringt dies nichts, wenn Sie am Marketing scheitern.
Das Team sollte schon ein gutes Marketing haben und einen hohen Bekanntheitsgrad.
Und zu guter Letzt, das Wichtigste!
Man sollte an die Idee glauben, es ist wichtig nicht nur auf eine hohe Wertsteigerung der ausgegebenen Token zu hoffen, sondern auch an deren Idee.

Nichts desto trotz, gibt es trotzdem keine Sicherheit sein gesamtes Kapital nicht zu verlieren.
Dies sollte man sich immer im Hinterkopf halten.
Wie sagt man so schön: Jede Medaille hat 2 Seiten.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • ICO’s sind eine leichte Methode Geld zu beschaffen
  • Sie sind noch nicht bis wenig reguliert, was das Aufsetzen eines ICO’s sehr viel günstiger und einfacher macht
  • Investitionen sind schon ab geringen Beträgen möglich – Kleinvieh macht auch Mist
  • Du gibst keine Unternehmensanteile raus
  • Investoren erhalten meist einen Bonus von deinem Token
  • Sollte der Token steigen, können Investoren schnell hohe Gewinne erzielen

Nachteile:

  • Meistens steckt hinter der Idee kein realer Wert
  • Regierungen sind nicht gut auf ICO’s anzusprechen
  • Keine Garantie, dass das Team nicht einfach mit dem Geld abhaut oder die Idee realisiert
  • Viele negative Schlagzeilen durch Scams gemacht
  • Kein sicheres Investment, welche in der Vergangenheit auch zum Totalverlust geführt hat

Fazit:

Hier gibt es ganz klar zwei Seiten zu begutachten. Einmal die des ICO-Herausgebers und einmal die des Investors.
Als ICO-Herausgeber hat man ganz klar den Vorteil, schnell und unkompliziert an Geld für seine Projekte zu kommen.
Es ist im Vergleich zu anderen Kapitalbeschaffungsmaßnahmen einfach und unkompliziert und hat den riesen Vorteil keine Unternehmensanteile abzugeben. Jedoch ist das Ganze noch wenig reguliert und könnte in Zukunft zu Problemen mit Aufsichtsbehörden wie der BaFin oder der SEC führen. Außerdem leiden ICO’s an einen eher schlechten Ruf. Als Investor hat man hier den Vorteil sich leicht an eine Unternehmensidee zu beteiligen und so Geld zur Verfügung zu stellen. Durch die erhaltenen Tokens, welche man meistens mit einem Bonus erhält, sind sehr hohe Gewinne möglich. Beispiel: Ende 2017 hatte der Token „NXT“ eine Wertsteigerung von 433.770%.
Hier hätten nur ein paar hundert Euro ausgereicht um die Millionen zu knacken. Doch nicht nur NXT konnte eine so hohe Wertsteigerung gewinnen. Auch IOTA (+141.825%) und Ethereum (+95.729%) müssen sich nicht verstecken.
Gewinne von 1.000 bis 10.000 Prozent sind keine Seltenheit bei ICO’s. Jedoch gibt es auf der Kehrseite auch extreme Verluste.
Viele ICO’s haben oder konnten Ihre Versprechen nicht einhalten und zogen sich immer mehr von Ihrer Idee zurück. Dies machte sich natürlich auf den Kurs Ihrer Token bemerkbar, welche in den Keller rutschten. Andere wiederum haben das Geld der Kunden einfach geklaut und sind damit abgehauen. Ein Totalverlust ist ebenfalls keine Seltenheit bei den ICO’s.
Nichts desto trotz finden wir ICO’s eine gute Sache, welche von manchen Missbraucht wurden. Jedoch sollte man immer genau wissen, in was man überhaupt investiert und auch das Risiko abwägen.